Samstag, 21. November 2009

Kleben?


Da ich nun bald stolze Besitzerin eines Grundsets Wechselringe sein werde, wirds Zeit, eine Auswahl Aufsätze zu machen. Nun ja - ich kämpfe noch mit gewissen Schwierigkeiten...

Es gibt ja eine Vielzahl unterschiedlicher Teilchen, die dazu angeboten werden.
Ich hab mich fürs Erste mal für die Easy-Variante entschieden; 1 Meter M2,5-Gewindestange, in fünf Teile gesägt, sorgfältig entgratet. Das sollten die Dorne sein.
Dann Gewindehülsen zum Einlegen, oben geschlossen. Leider gibts die nur aus Messing; warum das ein Nachteil ist, seht ihr gleich....

Also; erster Versuch:
Gewindehülse oben auf den Gewindestangendorn geschraubt, und eine Perle drauf gedreht. Das klappt soweit, wenn auch nicht besonders gut.... Das Messing darf auf keinen Fall zu heiss werden; entweder schmilzt es gleich ganz, oder dann fängt es heftig an zu zundern, was das Glas zum Schäumen bringt (siehe auch Effekte mit Brass Frit - genau dasselbe....) Also VOOOORSICHTIG anwärmen, bis das Glas grad so haftet. Okee, das kann ich - siehe unsichtbares Trennmittel ;-)
Nachteil: Das Messing dehnt sich geringfügig aus wenn es erhitzt wird, und - egal wie sehr ich es festschraube - es löst sich. Und da ich Rechtshänder bin, ist meine Drehrichtung ärgerlicherweise genau AUFdrehend statt ZUdrehend. Also andersrum drehen, oder nur was für Linkshänder.
Zweiter Versuch:
Auf Paterperlos Tipp hin hab ich die Gewindehülse mit einer Mutter von unten her gegengesichert. Eine Perle auf die Gewindehülse gedreht. Huch, die Mutter klebt gleich mit! Das Glas nur auf der Hülse zu halten, nicht aber die Mutter berühren zu lassen, ist fast unmöglich. Man kriegt das Kombigebilde dann auch vom Dorn aber nur schwer, und eigentlich wollte ich keine unten angebabbte Mutter am Ringaufsatz.... Also einer für die Tonne. Beim nächsten hab ich die Mutter mit etwas Trennmittel bestrichen, das geht. Und die Verschraubung hält so auch im heissen Zustand. Aber das Trennmittelgesabber nervt.

Dritter Versuch:
Doch kleben? Blöderweise haben die Gewindehülsen einen Aussendurchmesser von ca. 3,8mm. Also sind Dreierdorne zu dünn, und Vierer mit Trennmittel viel zu dick. Zum Glück hab ich 3,5er Dorne - die hat mir der Perlentaucher mal aufgetrieben, für ein anderes hirnrissiges Projekt... Die passen mit Trennmittel EXAKT. Also gute Voraussetzungen fürs Kleben - dachte ich.... Obwohl ich die Perlen wirklich NUR auf die äussersten gefühlten 2mm des Dorns gedreht hab, versinkt JEDE Gewindehülse zu tief ins Loch. Mist.... Na ja, ich probiers; man kann ja etwas mehr Kleber ins Loch geben, der füllt dann schon aus. Ups... Leider zeichnete sich schon bald ab, dass sich die Gewindehülsen laaangsam und genüsslich in den weichen Kleber sinken lassen. Ein paar konnte ich retten, indem ich schnell eine Gewindestange einschraubte, und irgendwo fixierte, und so die Hülse am Absinken hinderte. Eine war schon versunken, da hab ich die Hülse rausgepult, damit wenigstens das Glasteil nicht verloren ist. Eine war auf der Kippe, also hab ich sie probehalber umgedreht, damit wenigstens die Schwerkraft andersrum wirkt, und weil grad nix anderes zur Hand war, auf eine Ösenschraube gelegt zum Festwerden. Janaja, da klebt sie nun, auf alle Ewigkeit. Und Ringaufsatz mit Ösenschraube ist doof. Bei der letzten hab ichs gar nicht erst versucht, die ist vom Dorn gerissen kurz vor Schluss, und das Loch ist viel zu gross, das ist absehbar, was mit der passieren wird....

Der einzige Vorteil der Gewindehülsen bei der ganzen Kleberei: von UNTEN ist mindestens kein Kleber ins Gewinde gelaufen; schliesslich sinds ja geschlossene Hülsen. *grins* Aber ansonsten ist es ein Fiasko, und definitiv nicht meins. Höchstens mit einer Klebestation - huhu, Birgit ;-) (oder ist die von Anja?) Erst hab ich ja geschmunzelt über das Teil, aber so sinnfrei ist das nicht, echt....
Fazit: Kleben - nein danke. Ist mir zu fummelig, und zu unberechenbar. Man weiss nie, wo der Kleber hält.....
Der nächste Versuch wird mit kleinen Unterlagsscheibchen sein, zwischen Gewindehülse und Mutter gelegt. Wenn die anpappen, machts nix, die sind ja nur klein, und sehr dünn. Ich bleib dran! Resultate folgen. *smile* Sorry - ist ein ziemlicher Roman geworden.

Kommentare:

gwen hat gesagt…

oh weh oh weh, ich wollt sie mir heute auch bestellen...........

sollt ich mir sicherheitshalber eine 100er packung valium und 2 flaschen wodka dazu besorgen???

lieben gruß

gwen

perlaperla hat gesagt…

Hihi Gwen - weiss nicht? Kommt auf Dein allgemeines Nervenkostüm an... ;-)

Ich hab heute von meiner Freundin noch einen guten Tipp bekommen gegen das Absinken, wenn die Löcher zu tuef geraten - eine Rocaille einlegen, als "Stütze" von unten. Das werd ich sicher probieren - von denen hab ich noch Tausende!

Liebe Grinsegrüsse
Angela

Kati hat gesagt…

Liebe Angela,

haha, kenn ich! :-) Ich mache es so: Ich wähle einen Dorn, der ein ganz kleines bißchen zu klein ist. Wenn die Perle dann fertig ist, schleife ich mit einem kleinen, zylindrischen Diamantschleifkopf und einem Proxxon/Dremel/Pseudodremel das Loch nur im oberen Bereich etwas größer. Zwischendurch probiere ich immer mal wieder, ob das Gewinde passt. Macht zwar etwas mehr Arbeit, aber erstens ist der Perlenkanal dadurch gut zum Kleben vorbereitet(rau und sauber)...und zweitens passt es halt. :-) Du kannst dann den Kleber auch problemlos im Backofen härten, weil ja nix mehr reinrutschen kann.

Liebe Grüße,

Kati (einst Klebedoofi, heute Klebegenie)

perlaperla hat gesagt…

Huhu Kati,

hm, vielleicht ginge das, wenn ich das Trennmittel ganz dünn auftrage... bei einem musste ich nämlich auch etwas nachschleifen, und der rutschte dann auch nicht...

Danke für den Tipp!

Gruss vom Klebelehrling
Angela

silk hat gesagt…

Hey Angela,

bist du doch auch im Klebe-Nirvana angelangt!
Schöne Story, keep on, wird schon!
Vielleicht würde auch eine Markierung (frag nicht wie...) auf dem Dorn funktionieren, inwieweit du das Glas auftragen kannst.

Liebe Grüße

Silke
(die Gott sei Dank schon eine ganze Kiste voll vernünftiger Aufsätze hat ;) übrigens hab ich auch eine "Vollgelaufene" durch Ausbohren mit der spitzen Dremel-Nadel retten können, waren aber halt die Edelstahlschrauben! )

Christel Harnisch, Pomponetti hat gesagt…

Hallo Angela,
ich hab meine Gewinde dieses Mal nicht bei Silberwerk, sondern bei Birgit bestellt, das ist auch die mit der Klebestation ;-)) Ich dreh die Aufsätze auf einem 5er Dorn, schleife wie Kati nur den oberen Bereich größer, probier immer wieder, bis es passt. Die klebestation von Birgit verhindert das Einsinken im Kleber, kann aber nicht in den Backofen. Also über Nacht in der Station stehen lassen, und danach in den Backofen. Ich such aber auch nach einer Nichtklebelösung, bin vielleicht dran und werde berichten :-))

Liebe Grüße
Christel

Glaszwerg hat gesagt…

Danke für Deinen tollen Erfahrungsbericht. Damit bleiben die Teile bei mir weiterhin in der Kiste...
Aber wenn eine klappt, dann zeigst du uns ein Foto? Versprochen?
Liebe Grüße
Doris